Offenbarung, Ästhetik und Koranexegese
Zwei Studien zu Sure 18 (al-Kahf)
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series: Diskurse der Arabistik
volume: 20
pages/dimensions: XIV, 289 Seiten, 8 Tabellen - 24 × 17 cm
binding: Englisch Broschur
weight: 580
publishing date: 1. Auflage 11.2014
price info: 68,00 Eur[D] / 70,00 Eur[A] / 89,00 CHF
ISBN: 978-3-447-10274-2
   68,00 Eur
In den letzten Jahren kann man ein gesteigertes Interesse an historisch orientierter literaturwissenschaftlicher Koranforschung verzeichnen. Die westlichen Debatten verlaufen dabei unabhängig von der hermeneutisch anders gelagerten islamischen Koranexegese, sodass eine gegenseitige Wahrnehmung und Würdigung fast gänzlich fehlt.
Die im ersten Teil dieses Bandes vorgelegte historisch-literaturwissenschaftliche Gesamtanalyse von Sure 18 erforscht primär die Wirksamkeit des Textes auf seine ersten, noch nicht muslimischen Hörer in einer spätantiken Umwelt. Mit modifizierten Methodenschritten aus der historisch-kritischen Bibelexegese und unter Berücksichtigung rezeptionsästhetischer Überlegungen wird deutlich, wie die Sure eine komplexe literarische Einheit darstellt und wie sie einen lebendigen Kommunikationsprozess widerspiegelt. Der zweite Teil widmet sich der literarisch-ästhetischen Koranexegese Saiyid Quṭbs (1906-1966) und bietet erstmals eine vollständige deutsche Übersetzung seiner Kommentierung von Sure 18. Die Untersuchungen von Quṭbs Studien at-Taṣwīr al-fannī fī-l-Qurʾān und Mašāhid al-qiyāma fī l-Qurʾān zeigen, wie stark sein Korankommentar Fī ẓilāl al-Qurʾān von einem philologischen Textzugang geprägt ist, der sein zeitgenössisches muslimisches Publikum politisch und religiös motivieren soll. Ein abschließender Vergleich lässt die Eigengesetzlichkeiten, Unterschiede und Gemeinsamkeiten beider Ansätze vor Augen treten. Diese Zusammenschau zweier ansonsten nicht in Beziehung gesetzter Zugänge bietet die Möglichkeit, Grenzen und Potenziale westlicher und islamischer Hermeneutiken gemeinsam zu bewerten und fruchtbar zu machen.