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Bücher im Miniaturformat, seit dem 2. Jahrhundert ein bedeutender Teil der frühchristlichen Textkultur, haben in jüngster Zeit verstärkt die Aufmerksamkeit der Forschung auf sich gezogen, wie die 2025 erschienene Monographie „Miniature Codices in Early Christianity“ von Michael J. Kruger unterstreicht. Darin stellt er einen detaillierten Katalog aller bekannten griechisch-christlichen Miniaturkodizes zusammen, der über 60 Exemplare umfasst und eine breite Palette christlicher Literatur dokumentiert. Als besonderes Desiderat erwähnt Kruger dabei die Aufarbeitung des vielversprechenden koptischen Materials.
Jan-Malte Ziegenbeins Studie zum Korpus der koptischen Miniaturkodizes, die auf das 4.–8. Jahrhundert n. Chr. datiert werden können, schließt nun diese Forschungslücke und vergrößert dieses Korpus auf über 140 Stück. Der Autor wertet die sorgfältig katalogisierten Handschriften mit Blick auf inhaltliche, materielle, paläographische und sprachlich-orthographische Merkmale aus und zieht Rückschlüsse auf Datierung, Herkunft und Funktion. Damit bietet die Studie wertvolle neue Einblicke in die christlich-literarische Kultur des römisch-byzantinischen Ägypten. |