|
|
more titles of the subject:
Wie gestalteten die Menschen in der antiken Region Hirpinien in der heutigen Provinz Kampanien ihre Städte, Gräber und öffentlichen Räume? Welche Materialien und Formen prägten ihre Skulpturen und Bauten in der späten Republik und frühen Kaiserzeit? Basierend auf einem intensiven Survey präsentiert Palilia 38 erstmals die Ergebnisse einer umfassenden Untersuchung von rund 400 Fundstücken, die von Grabskulpturen, über Porträts und Reliefs bis zu Bauornamentik aus verschiedenen Materialen reicht. Die Studie zeigt, wie lokale Steinmetzwerkstätten in Hirpinien mit Kalkstein aus nahegelegenen Brüchen arbeiteten und dabei eigene, oft experimentelle Formen entwickelten. Gleichzeitig belegen die Funde, wie die Region durch den Import von Marmor und die Rezeption verschiedener Bildtypen Teil des überregionalen Netzwerks der antiken Kunst- und Baukultur wurde. Die Analyse der Skulpturen – von Porträtstatuen, Reliefs von Grabbauten bis hin zu Turmmodellen – offenbart nicht nur handwerkliche Traditionen, sondern auch die Selbstdarstellung aufstrebender Eliten. Die Architekturfunde dokumentieren zudem einen rasanten Bauboom ab der augusteischen Zeit, der sich in Theatern, Tempeln und monumentalen Grabstraßen manifestierte. Dabei wird deutlich, wie schnell und kreativ die Städte Hirpiniens sich aktuelle Trends aus Rom und Kampanien aneigneten – etwa durch ungewöhnliche Kapitellformen oder die Kombination lokaler und importierter Materialien.
|