Abū Mīnā VI
Die Keramikfunde von 1965 bis 1998
[111]
series: Archäologische Veröffentlichungen des Deutschen Archäologischen Instituts
volume: 111
pages/dimensions: X, 470 Seiten, 2 Faltkarten, 1 Tabelle, 324 Tafeln
language: deutsch
binding: Einband - fest (Hardcover)
weight: 2300
publishing date: 1. Auflage, 30.04.2016
price info: 154,00 Eur[D] / 158,40 Eur[A]
ISBN: 978-3-447-10477-7
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   154,00 Eur
Allseits bekannt sind die aus dem Pilgerheiligtum von Abū Mīnā stammenden und weit verbreiteten Menasampullen. Während die meist mit dem Bild des Ortsheiligen oder seinem Namen geschmückten Tonflaschen in der bisher veröffentlichten Literatur isoliert behandelt wurden, werden sie nun erstmalig in den Rahmen einer Übersicht über alle Formen der im spätesten 5. Jahrhundert einsetzenden lokalen Keramikproduktion Abū Mīnās gestellt. Die dabei ermittelten Gemeinsamkeiten in der Reaktion auf die kriegerischen Ereignisse im 7. Jahrhundert und den Niedergang des Stadtlebens im 8. und 9. Jahrhundert unterstreichen die Notwendigkeit einer solchen umfassenden Übersichtsdarstellung.
Über die Behandlung der lokalen Produktion hinaus stellt der Band eine Gesamtpublikation in viel weiterem Umfang dar. Neben dem Material aus den Töpferöfen von Abū Mīnā werden die in den Ausgrabungen geborgenen Funde von Importkeramik behandelt. Bereits in den späthellenistisch-frührömischen Siedlungen am Ort der späteren Menasstadt gab es Importe aus anderen Gebieten Ägyptens und von im ganzen Mittelmeerraum weit verbreiteten ausländischen Keramiktypen. Auch nach der Gründung der christlichen Pilgerstadt in der ersten Hälfte des 5. Jahrhunderts gab es ein vergleichbares Nebeneinander unterschiedlicher Importe. Obwohl das Übergewicht bei Keramik aus anderen Gebieten Ägyptens lag, war die ausländische Einfuhr doch beträchtlich. Die ausführlichen Kataloge zu den verschiedenen Keramikgattungen sind daher nicht nur für Arbeiten an ägyptischen Grabungsplätzen von großem Interesse.
Besondere Aufmerksamkeit finden die Funde von glasierter Keramik, vor allem der sogenannten „Fayyumi“-Ware, von der bisher nur wenige Einzelbeispiele veröffentlicht wurden.