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Hellmuth Kramberger, Anja
Die Pfeilspitzen aus Tall Šēḫ Ḥamad/Dūr-Katlimmu von der mittelassyrischen bis zur parthisch-römischen Zeit in ihrem westasiatischen und eurasischen Kontext
Mit einem Katalog zusammengestellt von Jens Rohde
series:
volume: Band 22
pages/dimensions: L, 116 Seiten, 160 Abb.,7 Karten, 2 Schaubilder, 43 Tabellen - 34, 50 × 24 cm
language: deutsch
binding: Einband - fest (Hardcover)
weight: 1260
publishing date: 01.05.2016
prices: 54,00 Eur[D] / 55,60 Eur[A]
ISBN: 978-3-447-10605-4
54,00 Eur

Der vorliegende Band behandelt 109 bronzene und eiserne Pfeilspitzen aus dem Fundplatz Tall Šēh Ḥamad in Nordostsyrien am Ostufer des Flusses Hābūr, der mit der assyrischen Stadt Dūr-Katlimmu identifiziert worden ist. Ihre präzise stratigrafische Zuordnung ist mit schriftlichen Zeugnissen vergesellschaftet, sodass in Einzelfällen eine jahrzehnt-genaue Datierung möglich ist. Insgesamt sind sie drei Epochen zuzuordnen: der mittelassyrischen Zeit der zweiten Hälfte des zweiten Jahrtausends v.Chr., der neuassyrischen Zeit der ersten Hälfte des ersten Jahrtausends v.Chr. und der parthisch-römischen Epoche (200 v.Chr. bis 250 n.Chr.). Bemerkenswert ist, dass unter den Pfeilspitzen der mittelassyrischen Zeit bereits erste Exemplare aus Eisen belegt sind und ein mittelassyrischer Text des späten 13. Jahrhunderts v.Chr. aus Tall Šēḫ Ḥamad die Produktion von Pfeilspitzen aus Eisen bestätigt.
Unter den Pfeilspitzen aus dem ersten Jahrtausend erfahren die „skythischen“ Pfeilspitzen besondere Aufmerksamkeit, deren Verbreitungsgebiet erstmalig vollständig dargestellt wird. In der Forschung werden diese Funde seit langem als Zeugnisse kriegerischer Auseinandersetzungen zwischen reiternomadischen Kriegerverbänden diskutiert. Dieser bisherigen einseitigen Interpretation wird ein Geflecht von macht- und heiratspolitischen Bündnissen gegenübergestellt, das in den schriftlichen Quellen aufscheint. Im Rahmen dieser friedlichen politischen Interaktionen ist an den Transfer von Objekten, Personen und Wissen zu denken, der über die Prestigegeschenke hinaus auf mehreren gesellschaftlichen Ebenen stattgefunden haben dürfte, wie materielle Anzeichen in Tall Šēh Ḥamad / Dūr-Katlimmu erkennen lassen.

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