Kollektives Gedächtnis und die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit
Eine Theorie der Erinnerungskulturen
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series: Kultur- und sozialwissenschaftliche Studien
volume: 2
pages/dimensions: 224 Seiten - 24 × 17 cm
language: deutsch
binding: Paperback
weight: 0
publishing date: Print on Demand-Nachdruck 2009
price info: 38,00 Eur[D]
ISBN: 978-3-447-05921-3
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   38,00 Eur
Trotz intensiver Bearbeitung des Forschungsfelds Erinnerungskultur bestehen zwei Probleme bis heute: Das Verhältnis zwischen Individuum und Kollektiv im Erinnern bleibt weitgehend ungeklärt, und oft wird von der Existenz einer „wahren“, unverfälschten Erinnerung ausgegangen. Diese Probleme lösen sich, wenn man Erinnerungskultur systematisch in ihrer Entstehung, Struktur und Funktion als Teil des gesellschaftlichen Wissensvorrats analysiert. Das ist die Aufgabe der „Theorie der Erinnerungskulturen“. Sie ergänzt die Erklärung der kulturellen Existenz des Menschen als animal symbolicum um das Kapitel der Erinnerung. Dabei wird die konstruktivistische Wissenssoziologie von Peter L. Berger und Thomas Luckmann mit der Lebenswelt- Analyse von Alfred Schütz zusammengebracht. Auf dieser theoretischen Basis systematisiert das Buch Ergebnisse der Gedächtnisforschung aus Neuro- und Literaturwissenschaften, Psychologie, Soziologie und Historie zu einer kohärenten Theorie des kollektiven Gedächtnisses. Diese Theorie zeigt nicht nur auf, dass kollektives Gedächtnis konstruiert ist und gleichzeitig mit seiner Hilfe die gesellschaftliche Wirklichkeit konstruiert wird, sondern sie weist detailliert nach, warum das so ist und wie es funktioniert. Erinnerungskulturen sorgen dafür, gesellschaftlichen Zusammenhalt herzustellen, deshalb sind sie stets Gegenstand politischer Auseinandersetzungen. Und da sie in allen ihren Phasen verändert werden, wird klar, dass es keine originale, authentische oder „wahre“ Erinnerung geben kann.