Politik und Geschichtsschreibung im alten China
Pan-ma i-t’ung
[18]
series: IV. Reihe: Ägypten Lun Wen - Studien zur Geistesgeschichte und Literatur in China
volume: 18
pages/dimensions: XXXII, 830 Seiten, 2 Diagramme, 17 Tabellen - 24 × 17 cm
binding: gebunden
weight: 1900
publishing date: 1. Auflage 03.2014
price info: 118,00 Eur[D] / 100,80 Eur[A] / 129,00 CHF
ISBN: 978-3-447-10107-3
   118,00 Eur
Chinas dynastische Geschichtsschreibung reicht bis ins zweite Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurück. Das Modell, nach dem alle 24 Standardgeschichten abgefasst wurden, stammt von Ssu-ma T’an (? 110 v.Chr.) und seinem Sohn Ssu-ma Ch’ien (145 oder 135-87? v.Chr.). Diese beiden Chronisten schrieben das erste große chinesische Werk, das die Geschichte der bekannten Welt von ihren Anfängen bis zu den Lebzeiten der Autoren zusammenfassen sollte. Die Aufzeichnungen der Chronisten (Shih-chi) wurden schon früh als Meisterwerk bezeichnet, doch gleichzeitig wurde Ssu-ma Ch’ien vorgeworfen, seine Dynastie in ein schlechtes Licht gestellt zu haben. Kaiser Wu ließ den Geschichtsschreiber kastrieren, zur Strafe für sein Eintreten für einen zum Feind übergelaufenen Offizier, vielleicht aber auch, weil er ihn zu hart kritisiert hatte - im zweiten Jahrhundert bezeichnete man das Shih-chi sogar einmal als „Schmähschrift“. Etwa 100 Jahre nach dem Tod des Ssu-ma Ch’ien begann Pan Piao, an einer Geschichte der Früheren Han-Dynastie (206 v.Chr.-8 n.Chr.) zu arbeiten - ein Werk, das sein Sohn Pan Ku (32-92 n.Chr.) fortführte. Die Pan stützten sich auf die Vorlagen der Ssu-ma, doch änderten sie deren Texte zum Teil offen, zum Teil aber auch in sehr subtiler Form ab, um zu einer neuen Gesamtaussage zu kommen.

In 12 Kapiteln, welche die wichtigsten Themen der beiden Geschichtswerke zusammenfassen, zeichnet das vorliegende Buch die Differenzen zwischen den Auffassungen ihrer Autoren nach. Gleichzeitig zeigt es die Entstehungsbedingungen, unter denen das Genre der chinesischen Standardgeschichte aufblühen konnte.