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Warum sieht das alttestamentliche Gesetz für zahlreiche Vergehen die Möglichkeit der Sühne durch Opfer oder Kompensationsleistungen vor, während andere Vergehen nicht sühnbar sind? In Grenzen der Sühne untersucht Artur Reiswich erstmals umfassend die Systematik der nicht-sühnbaren Vergehen im Pentateuch und zeigt, welche theologischen und rechtlichen Kategorien der Tora diesem Unterschied zugrunde liegen. Ausgehend von einer detaillierten exegetischen Analyse der großen Gesetzeskorpora (Bundesbuch, Heiligkeitsgesetz und Deuteronomium) sowie weiterer relevanter Texte arbeitet die synchron angelegte Studie heraus, aus welchen Gründen welche Vergehen nicht sühnbar sind. Reiswich zeigt, dass diese Vergehen nicht nur – wie in der Forschung bislang meist angenommen – deswegen von der Sühne ausgeschlossen sind, weil sie bewusst begangen werden. Vielmehr stellen die nicht-sühnbaren Vergehen schwere Verletzungen des göttlichen Ordnungs- und Bundesgefüges dar und haben gravierende Auswirkungen auf die Gemeinschaft des Bundesvolkes, deren Konsequenzen nicht durch Opfer, Geldzahlungen oder ersatzweise Leistungen aufgehoben werden können. Weiter werden narrative Texte der Tora ausgewertet, die die gesetzlichen Bestimmungen zu den nicht-sühnbaren Vergehen aufnehmen, bestätigen oder theologisch weiterführen. Die Aussagen der Narrativtexte werden in Beziehung zu den gesetzlichen Vorgaben gesetzt und eröffnen ein vertieftes Verständnis der Rechtslogik der Gesetzestexte. Die Studie leistet so einen wichtigen Beitrag zum Verständnis von nicht-sühnbaren Vergehen, Sünde, Sühne und göttlicher Gerechtigkeit im Alten Testament.
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