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Johannes Jungfleischs Studie befasst sich mit den ägäischen Architektursimulationen – großformatigen Darstellungen architektonischer Elemente – innerhalb des Wandmalereikorpus aus der Palastanlage des Neuen Reichs in Tell el-Dabca, der ehemaligen Hyksoshauptstadt Avaris und des tuthmosidischen Flottenstützpunktes Peru-nefer im östlichen Nildelta Ägyptens. Anfang der 1990er Jahre sorgten die Wandmalereifunde in zwei tuthmosidischen Palästen für Aufsehen weit über die Ägyptologie hinaus. Die mehreren tausend Kalkputzfragmente wiesen sowohl motivische als auch technische Merkmale auf, die überraschende Bezüge zur bronzezeitlichen Ägäis erkennen ließen. Wurden bisher überwiegend die figürlichen und ornamentalen Wandmalereien aus Palast F erforscht, rückt Jungfleisch erstmals die weitgehend unbeachtet gebliebenen malerischen Architektursimulationen aus dem größeren Palast G ins Zentrum. Die Studie legt eine systematische Analyse der Fundumstände in Palast G vor und rekonstruiert sowohl die technischen Herstellungsprozesse als auch die fragmentarisch überlieferten Darstellungen. Darüber hinaus werden die Architektursimulationen in einen überregional vergleichenden Rahmen eingebettet. Auf dieser Grundlage wird der Frage nachgegangen, wie die Architektursimulationen im ägyptischen Kontext wahrgenommen und bewertet worden sein könnten. Theoretische Ansätze aus der Archäologie der Sinne und der Phänomenologie dienen dazu, Wahrnehmung und Rezeption der Wandmalereien sowie ihrer Herstellungsprozesse in der Vergangenheit zu rekonstruieren und die Bedeutung dieser innovativen maltechnischen und gestalterischen Praxis innerhalb der Palastarchitektur des Neuen Reichs zu erschließen.
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