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Migen Begolli-Moysidis folgt in ihrer Studie den Spuren Europas – von der mythischen Gestalt ‚Europa‘, die von Zeus in Stiergestalt nach Kreta gebracht wurde, bis zur heutigen Idee eines geeinten Kontinents. Sie untersucht Europa als geografischen Raum und politisches Projekt, seine Errungenschaften wie die historischen Abgründe von Nationalismus, Ausgrenzung und Weltkriegen. Im Zentrum steht die Frage nach dem europäischen Gemeinsinn: Wie kann Europa Verschiedenheit bewahren und zugleich eine gemeinsame Identität auf der Grundlage von Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Solidarität, Toleranz und Menschenwürde entwickeln?
Aus dieser Perspektive erschließt Albanische Identität im Wandel die Geschichte der Albaner als eine lange Wanderung durch die Historie Europas. Sprache und kulturelle Traditionen, Kanun, Besa und das „Zeus-Gesetz“ des albanischen Volkes, Skanderbeg und die Rilindja (albanisch für Wiedergeburt) werden in ihren europäischen Bezügen betrachtet. Zugleich wird die Erfahrung von Ausgrenzung, politischer Teilung und territorialer Zersplitterung sichtbar, deren Folgen das kollektive Gedächtnis und die Identität der Albaner bis heute prägen. Seit den 1990er-Jahren bedeutet Albaniens europäischer Weg daher mehr als politische Integration: Er steht für die erneute Suche nach Zugehörigkeit und einem Platz im gemeinsamen „Haus“ Europa. Vor dem Hintergrund der Weltkriege wird der Traum eines geeinten Europas schließlich als Hoffnung und historische Verpflichtung verstanden – für Frieden, Freiheit, Solidarität und Menschenwürde und für ein Europa, das aus seiner Geschichte die richtigen Lehren zieht. |