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Die monumentalen Grabanlagen der ägyptischen Spätzeit in Theben-West zeichnen sich durch hochkomplexe Raumstrukturen aus. Ein zentrales, funktionales Phänomen bildet die gezielte bauliche Differenzierung zwischen einerseits offenen und andererseits mittels eines Türflügels verschließbaren Durchgängen.
Am Beispiel prominenter Befunde wie der Anlage des Monthemhet (TT 34) widmet sich Anne Wolff in ihrer Untersuchung systematisch dieser architektonischen Schnittstelle. Auf Basis einer empirischen Materialaufnahme analysiert sie die Dekorationsprogramme der Durchgänge quantitativ und statistisch. Die Ergebnisse belegen eine funktionale Korrelation: Verschließbare Durchgänge weisen eine höhere Dekorationsdichte auf und fungieren als Träger von Repräsentations- und Interaktionsszenen des Grabherrn, zeigen z.B. den Verstorbenen in Gegenwart der Götter, des Königs oder der Gottesgemahlin oder präsentieren Anrufe an die Lebenden. Die Studie etabliert das Modell des „Haltepunkts“, in dem davon ausgegangen wird, dass die physische Barriere das Verweilen des antiken Rezipienten erzwang, was gezielt zur Vermittlung strategischer Bild- und Textprogramme durch den Grabherrn genutzt wurde. |