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Keramik ist das am häufigsten erhaltenes Zeugnis materieller Kultur vergangener Gesellschaften und spielt daher eine zentrale Rolle in der archäologischen Forschung. Keramik kann – insbesondere durch feinteilige Untersuchungen – viel über deren Produzent*innen und Nutzer*innen aussagen. So lassen sich in einem Keramikkorpus auf Basis der Untersuchung von Form, Material, Oberfläche und Herstellungstechnik viele verschiedene kulturelle Marker in Gefäßen entdecken. Die Analyse solcher Marker kann genutzt werden, um gesellschaftliche Wandlungsprozesse und kulturelle Einflüsse archäologisch fassbar zu machen.
Im Fokus der Studie von Sophia Marxer steht der Übergang von der späten Eisenzeit (der lokalen Chronologie entsprechend NCI 5 bis 6) zur hellenistischen Epoche (der lokalen Chronologie entsprechend LCI 1) in Kilikien, dem auf der Grundlage bislang unveröffentlichter Keramikfunde aus den Grabungen in Sirkeli Höyük nachgegangen wird. Kilikien eignet sich hierfür besonders, da es einerseits in hellenistischer Zeit zwischen den Seleukiden, den Ptolemäern und lokalen Dynastien stark umkämpft war, also auch äußere Einflüsse ihren Weg in das Gebiet fanden, es andererseits aber auch eine Kontinuität kultureller Merkmale von der Bronzezeit bis zur römischen Epoche aufweist. Die Funde werden erstmals umfassend ausgewertet und eröffnen neue Perspektiven auf Kulturkontakte und regionale Identitäten im hellenistischen Kilikien. |