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Der in über einem Jahrtausend gewachsene Bibliotheksbestand des Benediktinerklosters St. Emmeram in Regensburg bildet mit seinen 943 lateinischen Codices einen Kernbestand der Handschriftensammlung der Bayerischen Staatsbibliothek. Die wissenschaftliche Tiefenerschließung dieses Fonds erfolgt seit 1988 mit Fördermitteln der Deutschen Forschungsgemeinschaft. Der sechste Katalogband zu den lateinischen mittelalterlichen Handschriften enthält detaillierte kodikologische und inhaltliche Beschreibungen von 144 Handschriften aus dem 8. bis 17. Jahrhundert. Zahlreiche Codices wurden im klostereigenen Skriptorium geschrieben oder stammen aus der näheren Umgebung, für einzelne lässt sich eine Herkunft aus dem französischen Raum oder Oberitalien nachweisen. Thematisch umfassen die Bände das gesamte Wissensspektrum einer bedeutenden, universal ausgerichteten mittelalterlichen Klosterbibliothek mit Schwerpunkt auf der Theologie. Für diesen Teilbestand kennzeichnend sind die kleinen Formate; sie bieten das ideale Medium für Gebete, kleinere Traktate, Florilegien und Textsammlungen. Werke aus der karolingischen Renaissance, der Schule von Laon sowie zur Observanzbewegung bezeugen eine Teilnahme am theologischen und kirchenrechtlichen Diskurs der Zeit. Interessen des Konvents für Philologie und Rhetorik belegen Lehrwerke zur Briefstillehre und Kommentare zu Klassikern der römischen Antike. Astronomische und mathematische Werke wurden von Emmeramer Konventualen selbst verfasst und gesammelt.
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