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Ippolito, Antonella
Im Kreislauf von Lesen und Schauen
Bildzyklen zu Dantes Commedia als Spiegel einer sich wandelnden Textwahrnehmung vom 14. bis 21. Jahrhundert
| Umfang/Format: | 424 Seiten, zahlreiche Abb. |
| Sprache: | Deutsch |
| Ausstattung: | Buch (Hardcover) |
| Abmessungen: | 17,00 × 24,00 cm |
| Erscheinungsdatum: | 15.06.2026 |
| Preise: | ca. 89,00 Eur[D] / 91,50 Eur[A] |
| ISBN: | 978-3-447-12553-6 |
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Die immanente Bildhaftigkeit der Sprache der Divina Commedia und die zentrale Bedeutung des Sehens im erzählten Läuterungs- und Erkenntnisprozess des Pilgers Dante haben zu der außerordentlich vielfältigen bildkünstlerischen Rezeption des Textes wesentlich beigetragen. Antonella Ippolito zeigt in ihrer Studie, wie visuelle Übertragungen im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlich auf die poetische Komplexität und Polysemie von Dantes Gedicht reagieren. Der Fokus liegt auf dem sich wandelnden Verhältnis von Text und Bild: Untersucht wird, welche Funktionen (als Kommentar, als Lesehilfe, als alternative Erzählung oder sogar als eigenständiges ästhetisches Dispositiv) Bilder in exemplarisch ausgewählten historischen Kontexten übernehmen. Es wird ersichtlich, dass die Commedia zunehmend als offener Text gelesen wird, dessen Bedeutung sich in der Begegnung von Bild und Betrachter immer wieder neu konstituiert: Dantes Gedicht erweist sich dabei als Träger ästhetischer Energie, der durch die enge Verknüpfung von Sprache, Symbolik und Imagination ein ausgeprägtes Variationspotential entfaltet. In Zusammenhang mit den literaturtheoretischen Debatten der unterschiedlichen Epochen führt dies zu einer wachsenden Autonomie des Bildes gegenüber seiner literarischen Vorlage: Aus der Aufgabe des „Illustrierens“ entwickelt sich nach und nach eine kreative Aneignung, in deren Rahmen Text und Bild zu gleichwertigen Impulsgebern der Imagination werden.
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