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Die Handschriftenbestände der ehemaligen Herzoglichen, später Königlichen Öffentlichen Bibliothek in Stuttgart, einer der Vorgängerinstitutionen der heutigen Württembergischen Landesbibliothek, sind nach inhaltlichen Aspekten in Fachgruppen geordnet. Dabei bilden die naturwissenschaftlichen Handschriften, deren Entstehungszeitraum vom Hochmittelalter bis ins 20. Jahrhundert reicht, ein bedeutendes Bestandsegment, das sich aus den Fachgruppen Medizin, Mathematik sowie Ökonomie im weitesten Sinne zusammensetzt. In diesem Katalogband werden die 51 Handschriften des Fonds, die dem Mittelalter und dem 16. Jahrhundert zuzuordnen sind, erstmals nach wissenschaftlichen Standards beschrieben. Dabei stellt die Fachgruppe der Medizin mit insgesamt 40 Bänden den größten Anteil. Die meisten Texte sind in lateinischer oder deutscher Sprache abgefasst. Inhaltlich bietet der Bestand neben Rezeptbüchern, astronomischen und medizinisch-physikalischen Traktaten sowie alchemistischen Werken auch einschlägige Texte und Kommentierungen klassischer antiker oder arabischer Autoren wie Aristoteles, Galen oder Avicenna. Akzente setzen bedeutende Stücke wie eine illuminierte italienische Sammelhandschrift aus dem 14. Jahrhundert, die medizinische Abhandlungen aus unterschiedlichen Epochen und Kulturkreisen überliefert, oder das ‚Buch der Natur‘ des Konrad von Megenberg. Es ist in zwei Ausfertigungen vertreten, eine davon ein großformatiger, reich illustrierter Band aus der Werkstatt Diebold Laubers. Eine faszinierende Seltenheit stellt der faltbare Taschenkalender aus Pergament dar, der im frühen 15. Jahrhundert in England angefertigt wurde. Die Beschreibungen werden durch zahlreiche Register erschlossen und untereinander in Beziehung gesetzt.
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