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Bertsch, Julia
Die Goldbleche des Tutanchamum
Untersuchungen zur kulturellen Kommunikation zwischen Ägypten, Vorderasien und dem Ostmittelmeerraum. Teil 1: Text, Teil 2: Katalog
Reihe:
Bandnummer: 45
Umfang/Format: XIX, 573 pages, 271 Abb., 123 Tafeln
Anzahl Bände: 2
Sprache: English
Ausstattung: Book (Hardback)
Abmessungen: 21.00 × 29.70 cm
Erscheinungsdatum: 02.12.2026
Preise: ca. 149,00 Eur[D] / 153,20 Eur[A]
ISBN: 978-3-447-12647-2
Bei der Entdeckung des Grabes Tutanchamuns im Jahr 1922 wurden rund 100 dekorierte Gold-Leder-Applikationen in unmittelbarer Nähe der sechs Streitwagen geborgen. Aufgrund ihres schlechten Erhaltungszustandes wurden sie seitdem in den Magazinen des Ägyptischen Museums in Kairo aufbewahrt. In den letzten Jahren standen diese Objekte nun im Fokus eines interdisziplinären Forschungs- und Restaurierungsprojektes, welches erstmals eine systematische Dokumentation und eine umfassende wissenschaftliche Analyse dieses außergewöhnlichen Materials ermöglichte.
Neben einem detaillierten Katalog behandelt die vorliegende Publikation Fundzusammenhänge, funktionale Aspekte und Inschriften. Der Schwerpunkt liegt auf der ikonografischen Analyse. Ein Teil der Goldapplikationen ist mit traditionell ägyptischen Darstellungen der Königsideologie und Feindvernichtung dekoriert. Ein weiterer Teil weist hingegen ein Motivrepertoire auf, das während der Spätbronzezeit im gesamten Ostmittelmeerraum verbreitet war. Hierzu zählen Tierüberfallszenen, Capriden, Volutenpflanzen und Spiralbänder – Bildthemen, die auch auf anderen Objekten aus Tutanchamuns Grab zu finden sind. Vor diesem Hintergrund widmet sich die Untersuchung der Zirkulation und Transformation dieser Motive in den Regionen des östlichen Mittelmeerraums. Sie analysiert, wie sie in die Bildsprache des Neuen Reiches integriert wurden und wie die ›hybride‹ Dekoration der Goldapplikationen und der zugehörigen Streitwagen innerhalb spätbronzezeitlicher Interaktionsnetzwerke zu interpretieren ist.
Der Band bietet erstmals eine umfassende Aufarbeitung dieses einmaligen und lange unbeachteten Objektkorpus und zeigt seine maßgebliche Bedeutung im Kontext des interkulturellen Austauschs und der Streitwagendekoration der 18. Dynastie auf.

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