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Der frühneuzeitliche Schreibkalender aus den europäischen Regionen des deutschen Sprachraums war ein besonderes Medium der öffentlichen Kommunikation. Zum einen war er seit seinen Anfängen in der Mitte des 16. Jahrhunderts ein buchförmiger Druck, also ein Standardprodukt aus zeitgenössischen Offizinen. Eine visuelle Gestaltungseigenschaft, die die Kalendermacher einplanten und die Drucker bei ihrer papiernen Flächenbewirtschaftung umsetzten, machte den Schreibkalender jedoch zu einem einzigartigen Hybrid: der bewusst geschaffene Freiraum für Eintragungen. Die in diesem Band versammelten 16 Beiträge von Expert:innen aus der Schweiz, Österreich, Polen, Tschechien, Ungarn, Rumänien, Frankreich und Deutschland verdeutlichen, dass der Schreibkalender in fast allen sozialen Schichten von den Bauern bis zu den Herrschenden für Notizen benutzt wurde. Mit der Publikation, die auf eine Tagung in der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel im Jahr 2024 zurückgeht, wird die kulturhistorische Bedeutung von Schreibkalendern als materielle Grundlage für Akte des Aufschreibens im gesamten ehemals deutschsprachigen Kulturraum beleuchtet. Die Druckwerke mit Raum für handschriftliche Eintragungen positionieren die massenhaft gedruckten Schreibkalender als wichtigen Aspekt einer Kommunikationsgeschichte der Epoche.
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