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Der Dialogus de remedio amoris, den Johannes Tröster (ca. 1425–1485) im Sommer 1454 in Wien verfasste, gilt als älteste genuin humanistische Schrift eines deutschen Autors. Auf den Spuren seines Mentors Eneas Silvius Piccolomini, dem er den Text zur Korrektur übersandte, verarbeitete Tröster eine Vielzahl antiker Autoren, vor allem Werke Ovids und Senecas. Mit der Erwähnung von rund einem Dutzend wichtiger Persönlichkeiten an den Höfen Kaiser Friedrichs III. und des böhmisch-ungarischen Königs Ladislaus bietet er aufschlussreiche Hinweise zu den Netzwerken um Piccolomini und den ungarischen Kanzler Johannes Vitéz, in dessen Dienst er im Herbst 1454 trat. Die Entstehung des Dialogs, die Lebensverhältnisse Trösters und seine Selbststilisierung als Humanist werden durch 31 Briefe aus den Jahren 1452 bis 1461 erhellt, darunter 14 Schreiben von und an Piccolomini.
In seinen Briefen, die überwiegend in problematischer Textgestalt überliefert sind und daher von der Forschung nur punktuell beachtet wurden, erweist sich Tröster als Kenner Ciceros. Trösters Dialog, der in zwei Redaktionen erhalten ist, war bislang nur unzureichend gedruckt und 17 Briefe waren unveröffentlicht. Der von Claudia Märtl und Emőke Rita Szilágyi herausgegebene Band präsentiert erstmals eine kritische Edition des Dialogs, die alle Überlieferungen berücksichtigt und die beiden Redaktionen parallel wiedergibt, sowie eine kritische Edition der Briefe. Beigegeben sind Übersetzungen und 40 Biogramme der im Dialog und in den Briefen auftretenden Zeitgenossen Trösters. |